08.10.2011 / Witten / judo-NRW

1. Bundesliga Männer Nord
SUA braucht mehr Graczyks

SUA braucht mehr Graczyks
Sport-Union Annen -UJKC Potsdam 3:8
Die Vorrunde der Judo-Bundesliga endete für die Sport-Union Annen mit einer ernüchternden 3:8-Niederlage gegen Nord-Gruppensieger UJKC Potsdam, der auch ohne ausländische Kämpfer am Kälberweg dominierte und seine weiße Weste (14:0-Punkte) in Witten wahrte. Für die Gastgeber, die eine eher mittelprächtige Vorstellung ablieferten, war die einzig positive Erkenntnis am Samstagabend, dass man in der Nord-Gruppe Platz drei behielt und nun im Viertelfinale (29. Oktober) zum KSV Esslingen muss.
von Oliver Schinkewitz
Da sich der JC Bottrop eine 6:8-Niederlage gegen Mönchengladbach leistete und parallel das Hamburger JT beim TSV Hertha Walheim mit 9:5 gewann, zogen die Hansestädter noch an Aufsteiger Bottrop vorbei, treffen nun in der Runde der letzten Acht auf Titelverteidiger TSV Abensberg.
„Gut, dass die uns erspart bleiben“, atmete Annens Trainer Andreas Reeh nach der zweiten Heimniederlage der Saison tief durch. Sein Fazit fiel eher knapp aus: „Unter diesen ersten Durchgang machen wir am besten einen Haken - den größten, den es gibt“, so Reeh im Anschluss an die 3:8-Pleite vor großer Kulisse im Dojo am Kälberweg. In der Tat hatte die SU Annen in den ersten sieben Kämpfen die vielleicht schwächste, weil leidenschaftsloseste „Leistung“ der letzten Jahre auf die Matte gebracht. „So kann und darf man sich vor den eigenen Zuschauern nicht präsentieren - das habe ich den Jungs in der Pause auch klar gemacht“, erklärte der Wittener Trainer, der merklich angefressen war.
Gewann einen seiner zwei Kämpfe beim Comeback: SUA-Judoka André Breitbarth (re.).
Einen einzigen Punkt verbuchte die SUA in Abschnitt eins - und den holte der Niederländer Robby van Laarhoven (-90 kg) gleich im ersten Kampf des Abends. Es folgten zwei Remis von Benjamin Behrla (-100 kg) und Henri Schoeman (-81 kg) sowie gleich vier Niederlagen in Serie für André Breitbarth (+100 kg), Marcel Haupt (-60 kg), Christopher Köllner (-66 kg) und Markus Zalucki (-73 kg). Ein 1:4 zur Pause - da machte sich Ernüchterung breit.
„Zum Glück haben wir uns danach besser präsentiert - damit war ich dann durchaus zufrieden“, betonte Reeh, dessen Kabinenpredigt ein wenig deutlicher ausfiel, um sein Team wachzurütteln. Und so gelangen zumindest Benjamin Behrla und André Breitbarth (bei seinem Comeback nach längerer Schulterverletzung) Siege gegen Philipp Hollmann und Levent Weiß. Hinzu kam ein überaus beachtliches Remis von Youngster Nicki Graczyk (-60 kg), der den etablierten Judoka vormachte, was es heißt, sich voll zu verausgaben. „So eine Stimmung wie in Nickis Kampf gegen Eugen Buchbinder habe ich ewig nicht erlebt“, bemerkte Reeh.
Abgehakt die schwachen Leistungen u. a. von Marcel Haupt und Henri Schoeman - „hier und da hätte mit etwas Glück auch ein bisschen mehr ‘rausspringen können“, dachte der SUA-Coach an das Duell von Stefan Oldenburg (-81 kg) gegen René Schendel. Derweil freuten sich die Gäste, dass sie „endlich mal in Witten gewonnen“ hatten, so Trainer Axel Kirchner. „Wir wollten hier auch ohne unsere Ausländer was holen. Früher waren wir leicht auszurechnen - jetzt haben wir uns auch in der Breite verbessert“, so der UJKC-Coach, dessen Team es nun mit Wiesbaden zu tun bekommt. waz

TSV Hertha Walheim - Hamburger JT 5:9 
JC 66 Bottrop - 1. JC Mönchengladbach 6:8
SU Witten-Annen - UJKC Potsdam 3:8

1. Bundeliga: Tabelle vom 08.10.2011
1. UJKC Potsdam 
2. JC 90 Frankfurt/Oder 
3. SU Witten-Annen 
4. Hamburger JT 
5. JC 66 Bottrop 
6. 1. JC Mönchengladbach 
7. TSV Hertha Walheim

 





HIGHLIGHTS

Ehrung der beiden Wittener Regionalligameister 2011


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